
Nur mit Untertiteln sehenswert - Ich schließe mich meinen Vorrezensenten an: Die Tonqualität dieses Films ist eine Zumutung.Wir hatten uns auf einen spannenden Filmabend gefreut und fingen schon nach drei Minuten an zu fragen: Hast du verstanden, was er gesagt hat? Nö, du?Nachdem wir den Fernseher schon auf volle Lautstärke gestellt hatten und immer noch nichts verstanden, haben wir nach zehn Minuten dann die Untertitel eingeschaltet.Mit Untertiteln wurde es dann ein guter Film.Spannend, gute Schauspieler, ein menschlicher Konflikt, bei dem sich jeder unweigerlich selbst fragt: wie hätte ich gehandelt?Sehr bezeichnend für diesen Konflikt auch der eine Satz des Hauptdarstellers: Lieber morgen ins Gas, als heute erschossen werden. Ein Tag ist ein Tag.Jeder möchte leben, so lange wie möglich, und wenn unrechtes Handeln das gewährleistet, dann tut man es eben.Nicht jeder ist ein Idealist wie der Kommunist Burger, der sein Leben opfern würde, um nur nicht beim Unrecht der Nazis mitmischen zu müssen. Ein sehr sehenswerter Film, der einerseits ein noch sehr unbekanntes Kapitel des Dritten Reichs beleuchtet, und der einen andererseits zum Nachdenken über sich selbst bringt.
Dieser Film hat Österreich im Jahr 2008 den ersten Oscar beschert - Der Film selbst beruht auf Erinnerungen des KZ-Überlebenden Adolf Burger,welcher als Häftling Nr. 64401 das Unternehmen Bernhard(Fälscherwerkstatt der Nazis für Geld, Briefmarken, Dokumente usw.) ausnächster Nähe erlebte.Während des Unternehmens Bernhard wurden kriegswichtige KZ-Häftlinge(Buchdrucker, Grafiker etc.) im KZ Sachsenhausen (gelegen bei Berlin)zusammengeführt, in einem vom übrigen Konzentrationslager abgetrenntenBereich untergebracht und dort zur Zwangsarbeit gezwungen - Ziel der Aktionwar es u.a., die Wirtschaft der Kriegsgegner mit perfekt gefälschtenBanknoten zu überfluten, um so z.B. das Vertrauen der britischenBevölkerung in die eigene Währung zu zerstören und somit zugleich denWirtschaftskreislauf des Gegners nachhaltig zu stören.Ein Großteil der Handlung spielt hinterm Lagerzaun, in und zwischenKZ-Baracken - lediglich zu Beginn wird die Vorgeschichte, bzw. gegen Endedes Filmes das der Befreiung folgende Schicksal des im Film focusiertenFälscherkönig Salomon Sorowitsch (kurz) beleuchtet - die HauptfigurSorowitsch wird gespielt vom österreichischen Schauspieler Karl Markovics,welcher u.a. aus Fernsehserien, wie z.B. Kommissar Rex und Stockinngerbekannt ist.Während der Produktion des angeblich 4 Mio. teuren Filmes wurde u.a. aufHandkameras zurückgegriffen, diese Vorgehensweise vermittelt dem Zuschaueroftmals den Eindruck, sich direkt in der gebotenen Szenerie zu befinden -zudem ist es viel weniger die gelegentliche Darstellung nackter Gewalt,welche diesem Film zu seiner überaus dichten Atmosphäre verhilft, vielmehrsind es die in besonderer Weise nachdenklich und schockierend stimmendenMomente, wie z.B. die überschwängliche Freude der Häftlinge überzugesteckte Kleinigkeiten und zugestandene Vergünstigungen durch die rundum die Uhr kontrollierenden und gegenwärtigen Menschenschinder - dieseStückchen Normalität (so z.B. eine Tischtennisplatte) wirken im Kontext desLagerlebens wie inzwischen unglaubliche Märchen aus einer unerreichbarfernen Traumwelt - die Sequenzen der schmerzlichen Erinnerungen an einstnormal geführte Leben wirken nach, weit über den Abspann hinaus.Die hier verfilmten Erinnerungen des Adolf Burger bringen das ganze Ausmaßder Unmenschlichkeit und Überheblichkeit des Nazisystems auf den Punkt !Wenn auch nur in einer Nebenrolle, so hat doch gerade August Diehl (z.Zt.im Kino, in Anonyma - eine Frau in Berlin zu sehen) in seiner Rolle desHäftlings Adolf Burger großen Anteil an den Schlüsselszenen dieses wirklichsehenswerten Filmes!DIE VERLEIHUNG DES OCAR: Schauspieler und Macher des Filmes wird es ganzbestimmt gefreut haben, dass man ihre Arbeit seinerzeit mit dieserinternational begehrten Auszeichnung belohnt hat - zugleich beweist jedochgerade die Entwicklung der Zuschauerzahlen, wie wichtig es immer noch istund wohl auch stets sein wird, solche Filmprojekte zu wagen - war DieFälscher vor dem US-Filmpreis nämlich höchstens ein Fall fürsProgrammkino, stiegen die Zuschauerzahlen nach der Oscar-Verleihungsprunghaft an, konnten sich plötzlich auch die eher kommerziellausgerichteten Kinoketten für den Film erwärmen, war man offenbar erst imWindschatten des werbeträchtigen Oscar bereit, dieser Art Kino diewohlverdiente Projektionsfläche zu bieten.... - schade, denn auf diesemeingeschlagenen Weg braucht man sich eigentlich nicht wundern, wenn dieLust nach seichter Unterhaltung im Überfluss gefördert wird und somit derüberaus wichtige Bereich der Information über und der Erinnerung an dasdunkelste Kapitel unserer Vergangenheit Gewicht verliert.Was ich am Film -trotzdem- vermisst habe? Ich wünschte, es wäre mehr überdie einzelnen Teilnehmer des Unternehmens Bernhard berichtet worden - diehistorischen Zusammenhänge z.B. als Bonusmaterial, wenn auch nur inTextformat, dokumentiert worden - schade, aber trotzdem dieser Film hat 5Sterne und vor allen Dingen die Aufmerksamkeit des Publikums verdient -denn Filme wie dieser tragen dazu bei, dass nicht nicht vergessen wird, wasnicht vergessen werden darf!
Meisterwerk - Endlich mal ein Film ueber ein bisher unbekanntes Thema. Sehr gute Schauspieler, ueberzeugend. Spannende Geschichte mit menschlichen Hintergruenden. Es lohnt sich unbedingt diesen Film mehrmals anzusehen, am besten in Freundeskreis um danach Meinungsaustausch und Diskussion heraufzufordern. Unbedingt zu empfehlen.
Im goldenen Käfig von Sachsenhausen - Im KZ Sachsenhausen lief während des Hitlerregimes eine menschenverachtende Vernichtungsmaschinerie, mit Ausnahme eines abgeschotteten Barackenkomplex. Hier hatten die Häftlinge einigermaßen erträgliche Bedingungen. Doch nicht aufs Gradewohl. Die Gefangenen sollten bei Laune gehalten werden, denn sie hatten eine eventuell kriegentscheidenden Auftrag: massenhafte Geldfälschung von alliierten Banknoten, um damit deren Wirtschaften zum Kollabieren zu bringen. Doch dass das blanke Grauen nicht gänzlich verschwunden war, trotz „bunter Abende“, freiem Wochenende und Ping-Pong zum Feierabend wurde direkt hinter der Bretterwand immer wieder akustisch deutlich vernehmbar. Straflaufen bis zum Umfallen und Erschießungen waren dort an der Tagesordnung.Doch die meisten der scheinbar privilegierten Gefangenen verdrängte diesen Umstand. Es ging ums eigene Überleben, welches in Gefahr kam, wenn keine zufriedenstellenden Fälschungsergebnisse erzielt wurden. Eine Zwickmühle, da man ja gerade damit den eigenen schlimmsten Feind unterstützte. Kooperieren oder sabotieren, das war die Frage.Ich finde, der Film hat seinen Oscar verdient. Hervorragende schauspielerische Leistungen, eine gut umgesetzt Handlung, eindrucksvolle Szenen und eine glaubhafte Darstellung des inneren Seelenkonfliktes. Manche Einstellungen sind nur schwer erträglich und ein Mitleiden lässt sich kaum vermeiden. Wer sich mit diesem Kapitel unserer Geschichte nochmals aus einer etwas anderen Perspektive auseinandersetzen möchte, sollte sich diesen Film unbedingt anschauen. Die beschriebenen Schwierigkeiten bei der Tonwiedergabe konnte ich selber nicht feststellen.
Hauptsach Geld - Es werden inder riegszeit. Unmengen an Falschgeld produziert. Viele KZ Häftlinge arbeiten mit. Manche auch gezwungener Weise. Es werden aus alle Kzs die besten Fälscher gesucht. Es dauert einige Zeit. Dann sind die Blüten perfekt. Zwischendurch auch wieder ein paar Szenen, wie Deutscher Soldat, den Juden wieder seine Hochachtung erbringt.Diese Szenen sind nichts für Zartbeseelte Menschen.