Österreich : Funny Games

Funny Games

EUR 10,28


Concorde Funny Games, USK/FSK: 18+ VÃ-Datum: 14.11.05


Ein schwer verdaulicher, brillant konstruierter Film - Der Österreicher Michael Haneke macht Filme nicht der Unterhaltung wegen, was Funny Games aus dem Jahr 1997 auf eindrucksvollste Weise belegt. Die Handlung ist in wenigen Sätzen zusammenzufassen, doch was den Zuschauer letztendlich dabei erwartet, ist in keinster Weise daran abzulesen, nicht einmal ein prüfender Blick auf das beunruhigende Cover kann einen darauf vorbereiten, was man bald darauf auf dem Bildschirm miterleben wird. Hanekes Film ist pure Provokation, die schon beim Titel beginnt, denn funny ist hier sicher absolut gar nichts. Haneke will nach eigener Aussage zeigen, dass Gewalt im Film nicht konsumierbar ist, und dafür inszeniert er ein schier unerträgliches Kammerspiel des Schmerzes, das keinen kalt lässt und bis ins Innerste nachhallt. Dabei sind es interessanterweise nicht die wenigen vorhandenen Gewaltdarstellungen an sich, die derart schockieren - da hat der Horrorfan schon Schlimmeres über den Fernseher flimmern sehen. Nein, es sind die Demütigungen, die Anna und Georg ertragen müssen, die unglaubliche Sinnlosigkeit der verübten Brutalität und die Ausweglosigkeit der Situation, in die die Familie gerät. Die grandiosen Schauspieler unterstützen die unheilschwangere Atmosphäre, die Haneke aus einer Alltagssituation beschwört, und zeigen Darstellerleistungen, die das Geschehen absolut real wirken lassen. Man will diesen Leuten helfen, man kann das alles nicht mit ansehen, man will den DVD-Player aus dem Fenster werfen - und man merkt dabei gar nicht, dass man bereits Teil von Hanekes Experiment geworden ist. Das beweisen auch die direkten Ansprachen der Täter an die Zuschauer - Haben Sie schon genug? - und die kleinen Hoffnungsmomente, die Haneke einstreut, um Erwartungshaltungen zu hinterfragen. Im Grunde ist Funny Games ein Spiel mit den Sehgewohnheiten des Zuschauers, die hier gnadenlos ad absurdum geführt werden. Und dieses Spiel ist kein Krimi, kein Thriller, kein Horror- oder Splatterfilm, nicht mal ein Drama, sondern eine cineastische Gehirnerschütterung, die unsere Auffassung von Gewalt in den Medien heftig durchrüttelt, um sie zumindest für kurze, vielleicht auch für lange Zeit zu verändern. Gewalt ist nämlich, wie Haneke sagt, nicht konsumierbar - will jemand dagegen wetten?Bild und Ton der DVD von Concorde Home Entertainment sind nicht berauschend, aber noch im grünen Bereich. Unter den Extras ist vor allem das Interview mit dem Regisseur informativ, den Rest (Trailer, Infos zur Besetzung und Medienzitate) kann man sich schenken.Fazit: Ein schwer verdaulicher, brillant konstruierter Film - unvergessliche Anti-Unterhaltung zum Nachdenken!

Nervig. - Nun ja,nachdem ich unheimlich viel über diesen Film gelesen und gehört hatte war ich ja total gespannt.......eine Inhaltsangabe erspare ich jetzt mal allen anderen da diese ja hinlänglich bekannt ist..Ein auf Deutsch gesagt.....miserabler Film..der mir völlig unverständlicherweise so gelobt wird. Er ist langweilig,schlecht gemacht und dieser Össi Dialekt nervt mich nach 20 Minuten total.Als Mediensatire meiner Meinung nach völlig ungeeignet und daneben.Allerdings muss ich dazu sagen das der Regisseur vorher und nachher auch nur mehr schlechte als rechte Filme gedreht hat!Fazit:Muß man nicht unbedingt anschauen....1 Punkt für die kranke Idee....

hängt lang hinterher - hab diesen Film damals auf Tele 5 geschaut weil zum gleichen Zeitpunkt das amerikanische Original im Kino lief. Dieser Film hat mich noch Wochen im Kopf verfolgt. Die Täter die wirken wie die netten Jungs von nebenan und die allgemeine Situation könnten sich auch real abspielen. Keine special effect oder sonstiger Hollywood Klimbatsch. Dieser Film spielt sich bei den nicht gezeigten Gewaltszenen im Kopf ab und bleibt deshalb länger zum Verdauen im Hirn. Seit diesem Film bin ich ein großer Haneke Fan und hab mir nur drei Wochen später alle anderen Filme von ihm geholt. Auch gut aber lange nicht diese Intensität wie FUNNY GAMES ist ausserdem: der siebente Kontinent, Bennys Video und die Klavierspielerin.

Handfest - Mühe/Lothar spielen überzeugend das Ehepaar, das von zwei Tyrannen in Schach gehalten wird. Interessant ist vor allem die Wandlung Susanne Lothars: Von der lieblich frisierten, das Leben fest im Griff haltenden Familienmutter hin zur aufgelösten, nach Demütigungen düster dreinblickenden Überlebenskämpferin. Das Verhalten der agierenden Personen ist nicht immer glaubwürdig, doch ihre Schauspielkunst lässt darüber hinwegschauen. In einem Interview sagte Susanne Lothar, dass sie bei vielen Zuschauern unten durch sei, weil sie in dem Film beim Anblick ihres zu Tode gekommenen Kindes einem Brechreiz nachgibt, anstatt sich schluchzend über das Kind zu beugen. Doch gerade diese Szene gibt dem Charakter einen weiteren interessanten Zug. Am Ende wird der Film gewollt komisch, aber das braucht der Zuschauer dringend, um die verstörende Handlung verdauen zu können.

Schlecht - Dieser Film ist meines Erachtens weder ein Meisterwerk, noch in irgendeiner Form gut. Er spielt mit Voyeurismus und er zielt bewußt auf ein Publikum, welches offenbar Befriedigung empfindet, solche Szenen anzusehen. Dies bemerkt man schon daran, dass die Täter - Peter und Paul - sich mehrfach - grinsend - an das Publikum - als Komplize - wenden. Diese Technik ist zwar nicht neu. Ian Richardson hat dies im Film: House of Cards auch getan - aber hier war Richardson, der das Publikum in Shakespearscher Tradition mit einbezog, meisterhaft.Im Film jedoch - und dies nehme ich dem Regisseur übel - wird vorgegeben, der Regisseur lehne Gewalt - und zwar insbesondere deren Darstellung in den Medien - ab. Aber Kasse machen möchte er - denn Zielpublikum ist nicht dasjenige, welches Gewalt dieser Art ablehnt, sondern welches Gewalt sucht. Vorbild scheint der Film: Kaltblütig nach einem Roman von Truman Capote zu sein - auch hier ermorden zwei jugendliche Kriminelle eine Familie - allerdings aus Frustration über zu wenig Geld.In diesem Film spielt allerdings Geld keine Rolle - es ist die pure Lust am Töten, welche die beiden Hauptschurken zu ihrer Bluttat veranlasst. Es gibt auch kein Motiv - Drogensucht, Armut - sondern - die Schurken weisen selber darauf hin - lediglich die Lust am Töten und am Quälen motiviert sie.Dies gibt es sicherlich sehr häufig in der Realität. Aber muss dies so gezeigt werden? Müssen wir dies sehen? Ein Regisseur, der einen solchen Film zeigt, muss mit dem Vorwurf leben, bewußt an voyeuristische Instinkte des Publikums zu appellieren - sonst würde er ja auch den Film nicht neu verfilmen, wie es Haneke 2008 getan hat. Und Haneke macht noch einen anderen Fehler - meiner Meinung nach. Der Film hätte sicherlich eine Wirkung, wenn er durch und durch realistisch gestaltet wäre. Aber die Szene mit der Fernbedienung - die Mutter der Familie erschießt einen der beiden Gangster und der andere spult seelenruhig die Fernbedienung zurück und der tote Gangster erwacht zum Leben - alles war umsonst - durchbricht eben gerade den realistischen Anspruch des Filmes und macht ihn dadurch zu einer Farce, denn er zeigt dadurch den moralischen Zeigefinger allzu penetrant (als könnte das Publikum nicht selbstständig denken und müsse alles vorgekaut bekommen) und genau diese Szene entwertet daher für mich das, was dem Film einen Sinn gegeben hätte: zu zeigen, dass Gewalt in vielen Bereichen nach wie vor unerklärbar und das Böse Teil des Menschen ist. Wenn der Film dies hätte vermitteln wollen, dann hätte er auf die Fernbedienungsszene komplett verzichten müssen.Nein, der Verdacht liegt einfach nahe: hier soll - um Kasse zu machen - an rein voyeuristische Instinkte des Publikums appelliert werden. Und die Ableugnung dieses Sachverhaltes ist für mich einfach scheinheilig. Wenn das Ziel ein Publikum ist, welches solche Szenen offenbar braucht, dann soll der Film dies offen sagen - wie dies Filme wie Saw oder Hostel auch tun. Aber sich moralisch entrüstet zu geben über ein Publikum, welches einen solchen Film betrachtet (aber dann doch - die Neuverfilmung zeigt es ja - auf eine solche Zielgruppe klammheimlich zu spekulieren), dies ist für mich unaufrichtig. Und dies werfe ich dem Film vor, obwohl ich die Leistung einzelner Schauspieler der Urfassung - insbesondere die intensive Darstellung von Arno Frisch als Anführer des jugendlichen Gangsterpaares - durchaus beachtenswert finde.Ich hatte den Film gesehen, weil Ulrich Mühe und Susanne Lothar darin mitspielten und ich den verstorbenen Ulrich Mühe seit seiner Darstellung in Joseph Roths Spinnennetz für einen der besten deutschen Schauspieler gehalten habe. Hätte ich es gelassen - es wäre besser gewesen. Fazit: man kann sicherlich Filme zeigen, die Gewalt und die Gewaltbereitschaft des Menschen schonungslos aufzeigen - Filme wie Das Experiment mit Moritz Bleibtreu haben dies ja mit großem Erfolg auch getan - aber dann bitte ohne - scheinheilige - Belehrung des Publikums, man wolle nicht, dass dieses Gewalt sehe. Doch - genau dies will der Regisseur, denn er will ja Geld verdienen (was völlig legitim ist, wer will dies nicht?) - dann soll er dies aber auch offen sagen und nicht den Moralapostel spielen.




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