Österreich : Hundstage

Hundstage

EUR 14,94


Alamode Film Hundstage, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 21.02.05


Meisterlich guter Film - Wer Ulrich Seidls Filme kennt, weiß, dass der Österreicher gerne mit schockierenden Bildern aufwartet, die provozieren und aufrütteln. Hundstage ist beispielhaft für Seidls provokative Verbildlichung von Zusammenhängen, die zunächst absurd erscheinen, dann aber zunehmend realer und erschreckender werden. Nur mit Laiendarstellern gedreht, ist der episodisch strukturierte Film ein beeindruckendes und im besten Sinne unangenehmes und deprimierendes Werk. Seidl lässt seine Charaktere all das erleben, was zum täglichen Leben gehört und doch selten Beachtung findet: Enttäuschung, Aggression, Frustration, Langeweile, blanker Irrsinn. Zentrale Themen von Hundstage sind Kommunikation und Sex: Kommunikation, weil es in keiner Geschichte wirklich fruchtbare Gespräche gibt - die Charaktere haben sich entweder zu wenig oder viel zu viel zu sagen, ihre Sprache ist geprägt von Werbeslogans und Allerweltsfloskeln, die ins Nirgendwo führen. Sex deshalb, weil er gewalttätig, unmotiviert, zwanghaft oder als Ersatzhandlung auftritt - er ist nichts als der verzweifelte Versuch, anderen Menschen nahe zu sein, koste es was es wolle. Das Schicksal der Frauen im Film scheint Seidl besonders zu beschäftigen: Sie sind es, die am schlimmsten leiden, die Demütigungen, falsche Beschuldigungen und auch Missbrauch und physische Gewalt ertragen müssen, zugefügt von den männlichen Charakteren jeden Alters, die ein Ventil für ihre Egozentrik und ihren Hass auf die ganze Welt suchen. Es sind heftige, schmerzhafte Bilder der Erniedrigung, die Hundstage besonders in diesem Zusammenhang zeigt. Das macht den Film für Zartbesaitete vielleicht ungeeignet, doch zugleich wird dadurch eine Realität wiedergegeben, die, wie der Regisseur im Interview auf der DVD sagt, noch wesentlich grausamer ist. Seidls Zielscheibe, so scheint es, ist die Idylle: Er reißt die zu einem Einheitsbrei verschmolzenen Fassaden der Vorortsiedlungen in Stücke und lässt einen Film auf die Zuschauer los, der einen überrollt und zutiefst nachdenklich stimmt. Denn auch wenn die Szenerie oft bizarr anmutet, erzeugt Hundstage doch zu jedem Zeitpunkt das nagende Gefühl, dass man gerade ein Stück der Wahrheit zu sehen bekommt.Die DVD von Alamode Film bringt den Film in verhältnismäßig guter Qualität auf den heimischen Bildschirm. Die Extras - ein Kurzfilm, ein Interview und ein Trailer - enttäuschen doch sehr im Vergleich zum grandiosen Hauptfilm.Fazit: Ein hammerharter, schwer verdaulicher und zugleich meisterlich guter Film über das Grauen des Alltags, das hinter der nächsten geschlossenen Jalousie lauern könnte.

flimmernde bilder - der film hundstage von ulrich seidel ragt weit über das heraus, was an österreichischem film im lauf der letzten jahre entstanden ist.seidls idee, nahezu alle rollen in diesem film mit laiendarstellern zu besetzen, erhebt die handlung auf eine fast fotorealistische ebene. die sommerliche hitze und deren auswirkung auf die interaktionen der personen wird in einem so starken umfange glaubhaft, dass beim ersten betrachten des filmes eine moralische frage sich aufdrängt: ist das echt? - und wie gehen die gezeigten personen damit um, dass man sie bei ihren intimen streitereien und gesprächen festhält?der verstörende charakter des filmes erinnert fast schon an david lynch, wenngleich dessen rätselhaftigkeit nicht vorhanden ist.das besonders markante an dem film ist die musik seiner bilder. die komposition der einzelnen episoden ist wunderbar rythmisiert und die trotz all der hitze vorherrschende zwischenmenschliche verlorenheit und kälte (sic!) eine körperliche erscheinung.

Tja so sind sie, die Menschen. - Es ist Sommer in den Vororten von Wien. Vor einem Supermarkt spricht eine junge Frau Pkw-Fahrer an, ob sie ein Stück mitgenommen werden kann. Jene, die sie mitnehmen, werden als Dank dafür mit nutzlosem Zeug vollgequasselt. Ein Vertreter für Alarmanlagen macht die Runde und versucht desinteressierte Hausbesitzer von der Nützlichkeit dieser Produkte zu überzeugen. Ein paar Vandalisten, die Autos zerkratzen, sorgen bei ihm für Überstunden.Ein Ehepaar hat sich seit dem Tod ihres Kindes entfremdet, aber man lebt weiterhin zusammen in einem sehr großzügigen Haus. Man findet skurrile Wege, um Gemeinheiten auszutauschen.Ein älterer Herr verliebt sich noch einmal und wirbt um seine Angebetene. Derweil bekämpft er Nachbarschaftslärm mit dem eigenen Rasenmäher.Die zahlreichen kleinen Handlungen sind zum Teil ineinander verflochten. Einige Protagonisten kennen einander oder begegnen sich. Meist sind es kurze menschlichen Kommunikationen, die die Kamera einfängt. Manches nervt, anderes regt auf, erzeugt Spannung, Voyeurismus oder einfach nur perfide Neugier, um zu erfahren, wie es weitergeht. Interessant, wenn auch nicht jedermanns Geschmack.

einer der besten österreichischen filme! - unterhaltend, schrecklich vulgär und realo pur.ein film, denn ich mir im hochsommer angeschaut habe, sodass das gefühl der hitze in diesem film rüberkommt. dazu ein bier oder eine cola, eisgekühlt und eine köstliche pizza. einmal im jahr wird dieser kultfilm aus dem archiv geholt und genossen. für viele vielleicht unverständlich, weil er realität pur ist. irgendwie erinnert er mich an alltagsgeschichten!unbedingt ansehen, wenn man auf qualität steht. kompliment an die jury, welche diesen film mit einen preis belohnt hat.maria hofstätter einmalig und unvergesslich!

Dieser Film ist ... - ... ein Geheimtip. Auf der einen Seite hat Hundstage die makabere Anziehungskraft eines Autounfalls. Andererseits sind die verschiedenen Episoden mit einem unverwechselbaren Humor ausgestattet, der seinesgleichen sucht. Sing La Cucaracha, du Sau!




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